Pomeranians züchten

Manch begeisterter Pom-Besitzer träumt davon, eigene Pomeranians zu züchten. Das bedeutet viel Arbeit, bereitet aber auch große Freude. Allerdings gibt es bereits im Vorfeld einiges zu beachten.

Anfangs lässt sich mit einer Zucht noch kein Geld verdienen

Spätestens wenn die eigene Hündin mit einem ungeplanten Wurf überrascht, taucht die Frage nach einer eigenen Zucht auf. Viele verwerfen den Gedanken sofort wieder, manche finden hingegen ernsthaft Gefallen daran und möchten ihren Traum in die Tat umsetzen. Wie stark der Wunsch nach Verwirklichung ausfällt, hängt viel davon ab, wie leicht sich die ersten Welpen vermitteln lassen. Hat man das Gefühl, alle Nachkömmlinge in liebevolle Hände gegeben zu haben, wird dies als Erfolgserlebnis verbucht.

Ein Beweggrund ist oft die schöne Vorstellung, immer wieder Welpen im Haus zu haben. Man muss sich gleichzeitig aber auch vor Augen führen, dass diese auch immer wieder weggegeben werden müssen. Das fällt nicht jedem leicht, da man sich ja monatelang liebevoll und fürsorglich um sie gekümmert hat. Wer schwer loslassen kann, sollte lieber die Hände von einer Zucht lassen.

Genauso wenig sollten finanzielle Gründe der Anreiz sein. Denn anfangs lässt sich mit einer Zucht noch kein Geld verdienen. Vielmehr muss man zu Beginn einiges an Ausstattung, Futter und Kosten für zusätzliche Zuchthunde investieren. Und auch später, wenn die Zucht richtig läuft, wird man im Normalfall nicht reich damit.

Wichtige Überlegungen vorab

Selbst wenn nur eine Hobbyzucht geplant ist, muss die gesamte Familie hinter dem Vorhaben stehen, da die Umsetzung sehr zeitintensiv ist. Unabdingbare Voraussetzung sind eine Leidenschaft für Hunde und die absolute Überzeugung von der Hunderasse, die man züchten möchte. Niemals sollte man sich für eine Rasse entscheiden, nur weil sie gerade sehr in Mode ist. Dies kann sich schneller wieder ändern als gedacht, eine Zucht muss man jedoch auf längere Sicht anlegen.

Diese Fragen sollten sich angehende Hundezüchter also stellen:

  • Sehe ich die Zucht als langfristige Aufgabe?
  • Möchte ich wirklich meine gesamte Freizeit der Hundezucht widmen?
  • Ist es für mich in Ordnung, keine anderen Hobbys mehr pflegen zu können?
  • Steht meine Familie voll und ganz dahinter?
  • Verzichten alle bereitwillig auf Urlaub?
  • Kommen alle damit klar, dass  ständig Hunde anwesend sind?
  • Schaffen es alle, sich immer wieder von den Welpen zu trennen?
  • Besitzen wir passende Räumlichkeiten?
  • Ist die Zucht aus finanzieller Sicht möglich?

Um erfolgreich (und glücklich) eine Zucht aufzubauen, sollte man alle Fragen mit Ja beantworten.

Angemessene Räumlichkeiten für die Pomeranian-Zucht

Kleine Hunde zu züchten bedeutet nicht automatisch, dass man für sie nur wenig Platz bräuchte. Natürlich kommen sie mit deutlich kleineren Flächen zurecht als große Hunde, aber auch ihr Platzbedarf darf nicht unterschätzt werden. Eine Wohnung beispielsweise, und sei sie noch so groß, ist nicht ausreichend. Es wird nämlich auch ein Garten benötigt, der genügend Auslauf und Abwechslung bietet, gleichzeitig aber so gesichert ist, damit die neugierigen Poms nicht das Weite suchen können. Perfekt ist ein eigener, besonders behüteter Bereich für die ersten Wochen.

Auch im Haus muss einiges an Fläche bereitstehen. Die Pomeranians brauchen einen Bereich nur für sich, in den sie sich bei Bedürfnis nach Ruhe (ja, selbst ein Zwergspitz hat das manchmal) zurückziehen können. Das Wohnzimmer oder ein anderes Zimmer, das von der ganzen Familie genutzt wird, sollte so groß sein, dass die Welpen dort eine eigene Ecke bekommen können, die genügend Platz zum Herumtollen bietet. Dies ist für die Sozialisation wesentlich besser als separate Welpenzimmer. Die Kleinen sollen schließlich von klein auf an Menschen und besonders auch an Kinder und den damit verbundenen Geräuschpegel gewöhnt werden.

So wie in diesem Video kann beispielsweise ein Spielbereich für kleine Pomeranians im Garten aussehen:

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https://www.youtube.com/watch?v=ZC-1MNRlI64

Platz muss auch für etwas ältere Hunde vorhanden sein, da nicht immer alle Pomeranians gleich im Welpenalter vermittelt werden können. Wenn die Junghunde länger als geplant in der Familie bleiben, brauchen sie Möglichkeiten zum Austoben – sowohl im Haus als auch im Garten. Außerdem müssen natürlich auch für sie Näpfe und Spielzeug bereitstehen. Nicht unterschätzen sollte man auch den Zeitfaktor. Pomeranians im Flegelalter brauchen ausreichend Beschäftigung, um nicht auf dumme Gedanken zu kommen.

Bei einem perfekten Zucht-Domizil kommt es auch auf die weitere Umgebung an. Die Pommies sollen vor ihrer Vermittlung nach Möglichkeit alles kennenlernen, was ihnen in ihrem späteren Leben bei neuen Besitzern alles begegnen könnte. Das bedeutet, dass sie sowohl Felder, Wiesen und Wälder, aber auch Straßen, Verkehrslärm und vorbeifahrende Autos gewöhnt sein sollten.

Wissen zu Rassemerkmalen und Genetik gefragt

Wird das Vorhaben konkreter, sollten sich angehende Züchter unbedingt Wissen zu Rassemerkmalen und Genetik aneignen. Dies ist nötig, um später die passenden Zuchttiere auswählen und den Nachwuchs besser einschätzen zu können. Dazu gibt es umfangreiche Fachliteratur. Es kann aber auch nicht schaden, sich hin und wieder mit erfahrenen Züchtern, eventuell auch von einer anderen Rasse, zu unterhalten.

Zucht als Hobby oder Gewerbe?

Am Anfang steht normalerweise die Hobbyzucht. Aus dieser kann sich dann – geplant oder ungeplant – ein Gewerbe entwickeln. Ist von Beginn an vorgesehen, die Zucht als Gewerbe zu führen, sollte man sich im Klaren darüber sein, dass dies nur als Vollzeitjob funktioniert.

Wer weniger als drei Mal pro Jahr Welpen bekommt und nicht mehr als drei Hunde hält, gilt als Hobbyzüchter. Eine gewerbsmäßige Zucht liegt dann vor, wenn drei oder mehr Zuchthündinnen dauerhaft anwesend sind. Ist dies der Fall, muss man gewisse Auflagen erfüllen, eine Zuchtzulassung beantragen und die Zucht vom Amtstierarzt überwachen lassen. Was man noch alles bei einer gewerblichen Zucht beachten muss, erklärt der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH).

Auch für Hobbyzüchter empfiehlt es sich, sich einem Verband anzuschließen, um die Seriosität zu unterstreichen und sich von den vielen Scharlatanen abzugrenzen. Denn es tummeln sich einige Kriminelle in der Szene. Ihr böses Spiel wird dadurch erleichtert, dass “Hundezüchter” keine geschützte Berufsbezeichnung ist und sich jeder als solcher bezeichnen darf.

Pomeranian-Zucht aufbauen

Die Zucht beginnt mit einer passenden Hündin
Die Zucht beginnt mit einer passenden Hündin

Jede Zucht beginnt mit der passenden Hündin. Ob die eigene Hündin dafür geeignet ist, muss man gründlich – und vor allem auch objektiv – prüfen. Selbst wenn sie sehr schön ist und schon putzige Welpen hatte, kann es doch sein, dass sie nicht in allen Punkten den Zuchtstandards entspricht wie sie die Fédération Cynologique Internationale (FCI) mit der FCI-Standard-Nummer 97 festlegt.

Die Zuchthündin sollte also weitgehend diesen Standards entsprechen: So sind beispielsweise die Proportionen wichtig, die dem Spitz eine quadratische Anmutung verleihen: “Verhältnis von Widerristhöhe zur Länge des Hundes 1:1”, was nichts anderes bedeutet als dass der Hund hoch wie langs sein soll. Das schöne Haarkleid soll durch die dicke Unterwolle abstehen. Der Kragen soll “mähnenartig” sein. Weitere Details dazu lesen Sie unter Rassemerkmale.

Voraussetzung: Zuchtzulassung

Wer überzeugt von der Zuchttauglichkeit seines Hundes ist, kann die Zuchtzulassung überprüfen lassen. Diese Überprüfung führt im Falle des Pomeranians der Verein für Deutsche Spitze e.V., der Mitglied im VDH und in der FCI ist, durch. Auf seiner Homepage findet sich die Zuchtordnung für Deutsche Spitze, die auch für folgende weitere Unterrassen gilt: Wolfsspitz (Keeshond), Großspitz, Mittelspitz, Kleinspitz, Japan Spitz (Nihon Supittsu) und den Volpino Italiano.

Für die Zuchtzulassung müssen die Hunde eine Sonderprüfung erfolgreich absolvieren. Dabei werden nicht nur das Erscheinungsbild und die Bewegungsabläufe überprüft, sondern auch das Verhalten. Auch dieses muss sich im Rahmen des für diese Rasse Typischen bewegen. Der VDH empfiehlt dabei einen “niedrigen Selektionsdruck”, damit innerhalb der einzelnen Rassen eine gewisse Diversität gewährleistet werden kann.

In diesem Lehrfilm zeigt der VDH, wie eine solche Überprüfung der Verhaltensweisen aussehen kann:

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https://www.youtube.com/watch?v=4NY-K7k0rNI

Aggressives Verhalten oder andere zuchtausschließende bzw. disqualizierende Fehler bedeuten das Aus für eine Zunkunft als Zuchthund. Doch auch von den anderen Fehlern darf der Zuchthund nicht allzu viele besitzen.

Mögliche Fehler im Überblick

  • Fehler: Als Fehler gelten alle Abweichungen von dem im FCI-Standard festgelegten Kriterien wie beispielsweise die Beschaffenheit des Fells. Leichte Fehler sind verzeihlich. Gravierender wird es, wenn es sich um eine starke Abweichung handelt oder gar die Gesundheit bzw. das Wohl des Tiers beeinträchtigt ist.
  • Schwere Fehler: Als schwere Fehler gelten laut FCI-Standard:
    • Fehler im Gebäude
    • Zu flacher Kopf, ausgesprochener Apfelkopf
    • Fleischfarbene Nase, Lefzen und Augenlider
    • Zu große und zu helle Augen, Quellaugen
    • Fehler im Bewegungsapparat
    • Fehlende Gesichtszeichnung bei graugewolkten Spitzen
  • Disqualifizierende Fehler: Laut FCI-Standard sind disqualifizierende Fehler:
    • Aggressiv oder ängstlich
    • Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden
    • Nicht geschlossene Fontanelle
    • Vor- oder Rückbiss
    • Ektropium und Entropium
    • Kippohren
    • Deutlich weiße Flecken bei allen nicht weißen Spitzen
    • Farbvarianten, die sich aus dem Merle-Faktor ergeben

Von einer Zucht sollte man absehen, wenn der Hund einen oder gar mehrere schwere Fehler aufweist. Bei den disqualifizierenden Fehler genügt schon einer, um eine Weiterzucht auszuschließen.

Hunde für die Zucht kaufen

Besteht weiterhin der Wunsch eine Zucht aufzubauen, auch wenn die eigene Hündin die Rassestandards nicht gut genug erfüllt, gibt es auch die Möglichkeit, eine geeignete Hündin zu kaufen. Finden kann man die zum Beispiel in der  Liste mit allen VDH-Züchtern des Verbands Deutscher Kleinhundezüchter, der auch im VDH organisiert ist. Diese Hunde mit entsprechenden Gutachten und Nachweis der Eltern kosten allerdings deutlich mehr als gewöhnliche Pomeranians (s. a. “Was kostet ein Pomeranian?“) . Es ist unbedingt erforderlich darauf hinzuweisen, dass die Hündin für die Zucht eingesetzt werden soll.

Wenn eine Hündin gefunden wurde, die nicht nur den Rassestandards entspricht, sondern mit der man auch gut zurechtkommt, benötigt man noch eine kompatiblen Deckrüden. Dieser muss nicht zwangsläufig im selben Haushalt leben. Über die Zuchtverbände oder über Portale im Internet wie beispielsweise Snautz findet man auch Deckrüden zum “Mieten”. Der Preis ist Verhandlungssache.

Wesentlich spannender ist allerdings die Frage, ob Zuchthündin und Deckrüde auch bezüglich des vom Züchter geplanten Vorhabens zueinanderfinden. Manchmal wehren sich die Hündinnen gegen allzu heftige Zudringlichkeit der Rüden und lassen sich nicht zu einem Schäferstündchen überzeugen. Und auch bei freundschaftlicher Aufnahme muss sich noch lange kein Nachwuchs einstellen. Angehende Züchter sollten sich darauf einstellen, dass mehrere Versuche nötig sind.

Pomeranian-Welpen wieder weggeben, ist gar nicht so einfach
Pomeranian-Welpen wieder wegzugeben, ist gar nicht so einfach

Das erste Welpenglück

Das Gefühl, die ersten “eigenen” Welpen zu erwarten, ist unbeschreiblich. Sind sie erst einmal da, sollten sie zeitnah tiermedizinisch untersucht werden. Die kommenden Tage sollte die Mutter mit ihren Kindern möglichst ruhig und abgeschirmt verbringen können. Dass sie bereit zur sanften Sozialisation sind, zeigen die Welpen dadurch, dass sie anfangen, ihre kleine Welt zu erkunden. Nun sollten sie auch den Umgang mit Menschen, insbesondere auch Kindern, und anderen Tieren lernen. Durch Spaziergänge machen sie erste Erfahrungen in anderen Umgebungen und werden so allmählich auf die Trennung von der Mutter vorbereitet.

Bei den zukünftigen Pomeranian-Besitzern sollten Sie Ihrem Bauchgefühl vertrauen

Sich selbst sollte man auch schon auf den bevorstehenden Abschied einstellen, der gerade bei den ersten Malen sehr schwer fällt. Dabei hilft es ungemein, die Schützlinge in einem neuen liebevollen Zuhause zu wissen. Um eine fürsorgliche Familie zu finden, empfiehlt es sich, den Wurf unter Angabe der Hundeeltern bereits vorab zu inserieren. Möglich ist dies über die Züchterverbände, auf der eigenen Homepage oder über Anzeigen im Internet und in Mitteilungsblättern.

Stehen Sie den ersten Interessenten gegenüber, sollten Sie Ihrem Bauchgefühl vertrauen. Kann ich mir vorstellen, dass mein kleiner Pom bei diesen Menschen glücklich sein wird? Lassen Sie die potenziellen Hundebesitzer ruhig etwas mit den Welpen spielen. Auf diese Weise offenbart sich das Geschick im Umgang mit kleinen Hunden. Wenn Sie ein gutes Gefühl haben, steht der Übergabe nichts im Weg. In vielen Fällen lässt sich sogar der Kontakt aufrechterhalten, um zu erfahren, wie sich die Welpen entwickelt haben. Sind Ihnen manche Menschen nicht sympathisch, sollten Sie ihnen Ihre Hunde nicht überlassen.

 

 

 

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